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    Bildquelle: 572444386; shutterstock.com

    Arbeitszeiterfassung in der Dienststelle: Wo die Mitbestimmung endet – und wo sie beginnt

    Was Personalräte bei Einführung und Umsetzung tatsächlich beeinflussen können
    Veröffentlicht am: 12.05.2026
    In diesem Beitrag: OVG Bremen, Beschluss vom 07.01.2026, 6 LP 165/25

    Die Einführung der Arbeitszeiterfassung beschäftigt derzeit Personalräte branchenübergreifend und unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber. Doch wie weit reicht ihre Mitbestimmung eigentlich? Können sie auch darüber entscheiden, ob und wann ein System eingeführt wird, oder ist der Zeitpunkt bereits gesetzlich vorgegeben und damit ihrer Einflussnahme entzogen?

    Mit genau dieser praxisrelevanten Frage hat sich das Oberverwaltungsgericht Bremen befasst und wichtige Leitplanken für die Mitbestimmung bei der Arbeitszeiterfassung gezogen.

    Streit um Einführung der Arbeitszeiterfassung


    Der Personalrat Schulen in Bremen stellte einen Initiativantrag zur Einführung einer systematischen Arbeitszeiterfassung. Vorgesehen war zunächst ein Pilotprojekt und anschließend die flächendeckende Einführung an allen Schulen.

    Der Antrag enthielt zudem konkrete Regelungen zur technischen Umsetzung, zu den zu erfassenden Daten sowie zur späteren Evaluation.

    Die zuständige Senatorin lehnte den Antrag ab. Nachdem auch ein Schlichtungsverfahren scheiterte, entschied eine Einigungsstelle zugunsten des Personalrats. Der Senat der Freien Hansestadt Bremen folgte dieser Entscheidung jedoch nicht und lehnte die Umsetzung ab.

    Instanzen und Verfahrensgang


    Das Verwaltungsgericht wies den Antrag des Personalrats, nach dem der Beschluss der Einigungsstelle verbindlich ist, zunächst zurück. Auf die Beschwerde hin entschied jedoch das Oberverwaltungsgericht Bremen teilweise zugunsten des Personalrats und änderte die Entscheidung ab.

    Eine weitere Rechtsbeschwerde wurde nicht zugelassen.

    Gesetzliche Pflicht begrenzt Mitbestimmung


    Das Gericht stellte klar, dass der Zeitpunkt der Einführung der Arbeitszeiterfassung nicht der Mitbestimmung unterliegt.

    Begründung: Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ergibt sich bereits aus dem Gesetz. Damit ist die Grundentscheidung, dass Arbeitszeiten erfasst werden müssen, dem Mitbestimmungsrecht entzogen.

    Auch die Grundentscheidung über die eingesetzten technischen Mittel liegt letztlich bei der Landesregierung als demokratisch legitimierter Stelle. Gleichzeitig betonte das Gericht jedoch die Grenzen dieser Einschränkung:
    Soweit es um die konkrete Ausgestaltung geht – etwa die schrittweise Einführung, die Art der Datenerfassung oder Evaluationspflichten –, besteht sehr wohl ein Mitbestimmungsrecht des Personalrates. In diesen Punkten ist die Entscheidung der Einigungsstelle verbindlich.

    Beschluss


    Der Zeitpunkt der Einführung der Arbeitszeiterfassung ist nicht mitbestimmungspflichtig.

    Mitbestimmung besteht jedoch bei der konkreten Ausgestaltung der Arbeitszeiterfassung (Datenschutz, Zugriffsrechte, Auswertungsmöglichkeiten, Löschfristen, Transparenz, Kontrollschutz und Evaluation).

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